Zusammenfassung der bisher gesammelten Informationen über das Kloster Guldholm:

 

Kloster Guldholm

 

ca. 1189: erste Erwähnung (Cronologia Dunensis)
23.5.1191: Klosterweihe
12.6.1192: Verlegung des Schleswiger Konvents nach Guldholm (14. Mai nach C.C. Lorenzen)
23.6.1192: Weihe des Kirchhofs und der Klostermauer
31.3.1196: Beilegung der Streitigkeiten aus dem sog. Mönchskrieg
6.9.1209: Die Mönche des Klosters Guldholm erhalten das Gebiet Rus regis für eine neue Klostergründung.
21.12.1210: Einweihung des Rudeklosters mit erstem Gottesdienst
bis 1312: bischöfliche Verwaltung in Guldholm

 

Es ist zwar schon viel Wasser die Wellspanger Au hinunter geflossen, seit jenen Tagen, als Mönche sich am Langsee in Schleswig-Holstein in Demut und Kontemplation geübt haben - ja, so lange ist das her, dass noch nicht einmal der Ort, an dem jenes Kloster Guldholm einmal gestanden haben mag, noch genau zu erkennen wäre. Doch wer einmal Gelegenheit hat, die Stille und Abgeschiedenheit des Langsees am eigenen Leibe zu erfahren, für den ist es nicht schwer, sich das Geläut einer kleinen Kirchenglocke und den frommen Gesang der Fratres und Patres vorzustellen, wie sie vor Sonnenaufgang leise über den See geklungen haben mögen.

Nicht einmal zwanzig Jahre waren es, in denen jenes Kloster Guldholm von einem Konvent belebt worden ist und doch ranken sich viele Geschichten um das als 'Aurea Insula', die goldene Insel, in die Annalen eingegangene Kloster. Und so haben groteskerweise gerade die Streitigkeiten um die klösterlichen Besitztümer dieser kleinen Gemeinschaft geholfen, manches Detail für die Nachwelt schriftlich zu fixieren.

Bereits die Vorgeschichte, die zur Gründung des Kloster geführt haben soll, liest sich wie ein spannender Roman. Nach dem 1289 zusammengestellten Bericht eines Chronisten aus dem Nachfolgekloster im heutigen Glücksburg war die Gründung von Guldholm ein notwendiger Schritt, um in Schleswig wieder zu den ursprünglichen Idealen monastischer Lebensweise zurück zu finden. Eine Reihe von anderen Autoren vermutet jedoch eher politisch-strategische Motivationen für den Aufbau dieses neuen Klosters. Aus meiner Sicht ist an beiden Varianten etwas dran und Bischof Waldemar von Schleswig wird mit dieser Stiftung vermutlich verschiedene Ziele verfolgt haben.

Der Bischof war der älteste Sohn des dänischen Königs Knut V. und machte als solcher Ansprüche auf eine Thronfolge geltend. Das St. Michaels-Kloster in Schleswig, das unter seine Aufsicht fiel, ist vermutlich 1040 von Knut II. als Benediktiner-Kloster gegründet und mit Mönchen aus England besiedelt worden. Inzwischen aber hatte sich der Benediktinerorden insgesamt immer weiter von seinen ursprünglichen Idealen entfernt und war reformbedürftig geworden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Waldemar sich persönlich für die zisterziensische Spiritualität zu interessieren begann. Wäre er sonst selbst im letzten Abschnitt seines Lebens Zisterzienser-Mönch im Kloster Loccum und sogar in Citeaux geworden? Darüber hinaus mag es für ihn mache Vorzüge gehabt zu haben, sich quasi auf seinem eigenen Grund und Boden sein eigenes Hauskloster anzulegen und Mönche anzusiedeln, die den Boden urbar machen und bewirtschaften.

Neben Reformationsbedarf und persönlichem Interesse wird für Waldemar eine dritte Motivation für die Gründung des Klosters ausschlaggebend gewesen sein. Christian Godt beschreibt in seiner Abhandlung "Bischof Waldemar von Schleswig und die Cistercienser von Guldholm" das zu jener Zeit sich schnell ausbreitende und immer einflussreichere Netz von neuen Zisterzienserklöstern. Die streng asketische Lebensweise und die ausgeprägte Frömmigkeit der Zisterzienser übten eine große Faszination auf Adel und Klerus aus. Während St. Michael auf dem Berge sich eher den auf dem dänischen Thron sitzenden Vettern und Gegenspielern von Bischof Waldemar, Knut VI. und Waldemar II., verpflichtet fühlte, konnte Waldemar mit der Besiedlung von Mönchen aus dem in der Nähe von Kopenhagen liegenden Kloster Esrom sein eigenes Netzwerk flechten. Und letztlich war es auch nicht nur Waldemar, der Interessen an dem neuen Kloster gehabt haben dürfte, die Erzbischöfe von Lund, zunächst Eskil und dann Absalon, waren sehr eifrig in der Gründung neuer Zisterzienserklöster und versuchten auch ihre Diozösanbischöfe zu Neugründungen zu animieren. Das galt für Schleswig als südlichsten Vorposten des Erzbistums vielleicht nochmal in besonderer Weise.

Das Michaelskloster war sicherlich in seiner Konstellation als Doppelkloster mit Mönchen und Nonnen dicht vor den Toren der Stadt in besonderem Maße anfällig für die negativen Entwicklungen im ganzen Benediktinerorden. Der gute Ruf des Klosters und damit auch der Kirche an sich hatte offenbar schon länger in der Bevölkerung Schaden genommen. Die finanziellen Einnahmen gingen immer weiter zurück. Für den Bischof bestand Handlungsbedarf. Ob die überlieferte Legende über den damaligen Abt nun erfunden ist oder nicht, man kann sich sehr gut vorstellen, dass sie den damaligen Klosteralltag zumindest symbolisch gut widerspiegelte.

Mittelalterliche Befestigungsanlagen von Schleswig
Vermuteter Standort des St. Michaelskloster in Schleswig

Und diesen Stein des Anstoßes finden wir in der "Narratio de Monasterio S. Michaelis apud Slesvicum et de Fundatione Monasterii Aureae Insulae" und in mach anderem Werk, welches sich darauf bezieht (z.B. Detlev von Liliencron: "Die schwarzen Mönche in Schleswig") wunderbar berichtet: Der damalige Abt, welcher dem Alkohol und dem weiblichen Geschlecht sehr zugetan war, zog des öfteren zusammen mit einigen von seinen Brüdern ins Wirtshaus. Als er diesmal einen seiner Zechkumpanen im Kloster gelassen hatte und dieser zu später Stunde allmählich begann, die Situation zu durchschauen, läutete er heftig die Totenglocke von St. Michael. Als seine Mitbrüder fragten, was denn los sei, erwiderte er: "Unser Abt liegt tot in der Taverne.". Und damit hatte er auch Recht, denn an diesem Abend starb dieser wohl auch "in seiner Seele", wie unser Mönch aus dem Rude-Kloster kommentiert. In einer Art Prozession mit Weihrauchfass und anderen Utensilien für die Totenreinigung zogen sie in nicht besonders diskreter Weise zu ihrem Abt und holten ihn ins Kloster zurück.

Diese Begebenheit machte schnell in Schleswig die Runde und drang auch bald bis in die Ohren des Bischofs. Der Abt wurde vor das Dom- und das Kloster-Kapitel zitiert und legte schließlich selbst sein Amt nieder. Der Konvent von St. Michael überließ dem Bischof die Führung über ihre Gemeinschaft und dieser schickte schließlich die meisten Mönche nach Guldholm zu den Zisterziensermönchen aus Esrom oder auch in andere Klöster. Nur vier Brüder durften noch in St. Michael auf dem Berge verweilen, um für die 8 Nonnen die Sonntagsmesse zu halten. Ihnen beließ er einen kleinen Teil der klösterlichen Besitzungen, um bis zu ihrem Tod versorgt zu sein. Der Rest ging an das neue Kloster Guldholm und dazu noch viele weitere wirtschaftliche Absicherungen.

Wenn Waldemar in den kommenden Jahren seinen Schutzmantel weiterhin um seine "Aurea Insula" gelegt hätte, so wäre aus Guldholm sicherlich ein vorbildlicher Ort der Einkehr, der Studien und der Arbeit geworden. Aus den verkommenen Michaelsmönchen wären demütige Schafe in der Herde des neuen Abtes geworden, die klösterlichen Gebäude wären gewachsen, die Ländereien vermehrt, die Besitztümer vergrößert worden und vielleicht wäre manch erbaulicher Text geschrieben und manche große Erkenntnis von diesem Ort ausgegangen. Aber es kam anders.

Bischof Waldemar verstrickte sich immer tiefer in die Auseinandersetzungen mit seinen Vettern und wurde vermutlich noch vor Ablauf des selben Jahres von Knut VI. gefangen gesetzt und musste dieses Schicksal für 14 Jahre erdulden. Nikolaus I., der nun Waldemars Amt übernahm, hatte offenbar nicht mehr das gleiche Interesse an der Entwicklung von Guldholm, was die zwangsversetzten Mönche auch bald dazu nutzten, um wieder in ihr altes Schleswiger Domizil zurück zu kehren und ihrem alten Lebensstil zu fröhnen. Dabei enstand allerdings ein wirtschaftliches Problem. Das Einkommen von St. Michael war nur noch für 4 Mönche und 8 Nonnen ausgelegt, die dort langsam alt werden sollten. Ein Zuwachs von Mönchen war ausdrücklich von Waldemar untersagt worden. Wie also sollten die Mönche ihre Bedürfnisse nun befriedigen?

Bald richtete sich der Hass der Michaelsmönche gegen ihre ehemaligen Mitbrüder der "Goldenen Insel", die sich wirtschaftlich keine Sorgen machen mussten. Sie forderten ihre Besitzungen zurück und fingen schließlich an, die weißen Brüder vom Langsee zu überfallen. Es entbrannte ein regelrechter "Mönchskrieg" zwischen schwarz und weiß gekleideten Gottesmännern, der schließlich bis vor die päpstliche Gerichtsbarkeit gebracht wurde. 1196 wurde den Guldholmern Recht zugesprochen und sie erhielten mit Einwilligung des Dänenkönigs Knut VI. alle Schleswiger Besitztümer zugeteilt und wurden nun auch der Flensburger St. Michaeliskirche angegliedert [Wir bestätigen ... Guldholm ... als zur Kirche St. Michaelis [?] von Flensburgh gehörig. (Urkunde von Knut VI. vom 31.3.1196)].

Vielleicht waren dem Kloster "Aurea Insula" danach wirklich noch ein paar "goldene Jahre" beschieden. Darüber ist nichts bekannt. Aber vielleicht kam der Zwist mit den Schleswiger Benediktinern auch nie ganz zur Ruhe. Was letztendlich zur Auflösung des Klosters, bzw. zur Verlegung in das näher an Flensburg gelegene Rudekloster führte, ist bisher reine Spekulation, da offenbar die Fortsetzung der "Narratio de Monasterio S. Michaelis apud Slesvicum et de Fundatione Monasterii Aureae Insulae" verloren gegangen ist.

Die gebetsmühlenartig wiederholte und ständig voneinander abgeschriebene Behauptung, die Guldholmer hätten ihr Kloster wegen des feuchten Standortes und des ungesunden Klimas aufgeben müssen, halte ich für abwegig. Gerade die Zisterzienser suchten sich ihre Standorte mit viel Bedacht aus und wussten das Wasser gut für ihre Zwecke zu nutzen. Der heutige, teilweise mangrovenartige Zustand des zu vermutenden Standortes hat sicherlich nichts mit der Qualität des Baugrundes um 1200 zu tun. Der Pegel des Langsees wurde vermutlich erst wesentlich später für den Bau der Wellspanger Wassermühle angehoben. Anneli Henningsens "Chronik: Leben und Arbeit in Süderfahrenstedt (2007)" deutet dabei sogar eine Anhebung um 3 Meter an: "Die Wassermühle Wellspang war eine der leistungsfähigsten Mühlen in Angeln mit einem Staumaß von 3 Metern."

Ob es aber bereits zur Zeit der Klostergründung an dieser Stelle eine Wassermühle gegeben hat, ist fraglich. "Die erste Urkundliche Erwähnung der Mühle stammt aus dem Jahre 1604.", schreibt Anneli Henningsen in der Süderfahrenstedter Chronik. Im Widerspruch dazu steht allerdings eine 1927 erschienene sogenannte "historische Erzählung" unter dem Titel "'Von Klöstern und Mönchen im Angellande'" aus der Feder von Johannes Thomsen, in der eine Mühle in Wellspang bereits zur Blütezeit des Klosters Guldholm als existierend beschrieben wird. Ob das einer historischen Erkenntnis entspringt oder eher Fiktion ist, kann man nicht sagen. Die heute noch existierenden Überreste alter Bootsanleger, die keine Verbindung mehr zu festem Boden aufweisen, deuten vielmehr darauf hin, dass es auch 1947 im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Stromerzeugung und dem Einbau einer Francis-Turbine in der Wellspanger Mühle noch mal zu einer weiteren Anhebung des Seepegels gekommen sein könnte.

Wenn man also annehmen würde, dass der Wasserspiegel des Langsees um 1200 fast 3 Meter niedriger als heute gelegen haben könnte, so würde sich ein völlig anderes Landschaftsbild von der Halbinsel Guldholm ergeben. Wie die nachstehende Tiefenkarte zeigt, würde das ganze Areal um das Kloster herum bereits bei einem 2 m niedrigeren Pegel weit oberhalb des Wasserspiegels des Langsees liegen. Aufgrund der verschiedenen Zuflüsse in den kleinen Langsee muss es jedoch eine Auenverbindung über diesen höhergelegenen Teil zum großen Langsee hin gegeben haben, die wohl mit der Wellspanger Au vergleichbar gewesen sein dürfte. Möglicherweise hat sich dieser Bachlauf sogar in zwei Arme aufgeteilt und somit eine echte Insel - die "Aurea Insula" - gebildet, hoch und trocken gelegen, aber von frischem Auenwasser umflossen. Das ist bisher jedoch reine Spekulation, die gerne einmal von wissenschaftlicher Seite näher beleuchtet werden darf.

Ich halte deshalb diesen Standort für gut ausgewäht: Mit ausreichend Frischwasser versorgt, aber dennoch trocken und abgeschieden gelegen und auch mit fischreichen Gewässern und fruchtbaren Ländereien umgeben. Somit erscheint es mir abwegig, dass die Mönche das Kloster aufgrund eines vermeintlich ungesunden, feuchten Klostergeländes verlassen haben. Und ob der inzwischen am Grunde des Glücksburger Schlossteiches liegende Standort des Nachfolgeklosters "Rus regis" wesentlich trockener war, wage ich auch zu bezweifeln. Nein, da muss es schon wesentlich gewichtigere Beweggründe zum Verlassen eines noch fast in der Aufbauphase befindlichen Klosters gegeben haben, dem es wirtschaftlich nicht schlecht gegangen sein dürfte, als die Neigung der Mönche zu Erkältungsbeschwerden und zu Rheuma (was man im Übrigen heute bei Aufenthalten in dieser Gegend nicht bestätigen kann). Auch der manchmal zu lesende Grund, dass es erneut sittliche Verfehlungen gegeben hätte, ist wohl eher eine Verwechslung. Ich vermute vielmehr machtpolitisch-wirtschaftliche Interessen für eine Neugründung weiter im Norden. Vielleicht konnte die Guldholmer Mönche aber auch nach der päpstlichen Entscheidung keine rechte Ruhe auf der "Aurea Insula" finden.

In Johannes Thomsens historischer Erzählung "Von Klöstern und Mönchen im Angellande", die viele historische Details aufweist, lässt er den Bischof sagen "Ich habe das Kloster Rye stark vergrößert und dessen Besitzungen gehen weit übers Angelland hin. Die Mönche sind aber nur wenige und es ist dringend von Nöten, dass alsbald das Kloster dort mit guten Kräften aufgefüllt werde. Mir erscheint es besser, dass von den vielen Klöstern im schleswigschen Lande die kleinen mit den großen zusammengelegt werden." Vielleicht wird man in dieser Richtung am ehesten zu einer Erklärung kommen.

19 Jahre nach der Guldholmer Klosterweihe feiern die ehemaligen Klosterbewohner jedenfalls den ersten Gottesdienst im Rudekloster mit. Und was wurde aus der "Aurea Insula"? Johannes Thomsen lässt dort noch über viele Jahre einen einsamen Pater leben, der die Gebäude verwalten soll. Auch im Vorwort der Narratio wird berichtet, das der Bischof noch bis 1312 eine Verwaltung in Guldholm gehabt hätte. Spätestens danach verfiel das Kloster ungenutzt in seine Bestandteile, so dass wir heute nur schwerlich erahnen können, wie es wohl ausgesehen haben mag.

Johannes Thomsen berichtet von einem besonders trockenen Sommer, in dem der Wasserspiegel des Langsees so niedrig war, das auf der Halbinsel "starke Felsenmauern im Viereck gefügt" sichtbar wurden. Die Anwohner hätten jedoch sogleich die Gelegenheit genutzt, sich "manches Bruchstück von eingestürzten Kapitälen oder vom Deckengewölbe" beutelustig heimzuschleppen, "um hier oder da beim Bau eines Hauses als Zierstück mit vermauert zu werden".

Auch Dieter J. Mehlhorn (Klöster und Stifte in Schleswig-Holstein, Kiel, 2007) berichtet von großformatigen Backsteinen und dem Fund einer sogenannten "Teufelskralle" aus Sandstein. Er schreibt, "Da diese vermutlich in ein größeres Gebäude eingemauert war, kann als sicher gelten, dass der Bau des Klosters über das Stadium hölzerner Provisorien hinaus gediehen war." Vielleicht kann man sich eine vage Vorstellung vom Kloster machen, wenn man sich das Mutterkloster Esrom oder das Tochterkloster Rudekloster ansieht.

Kloster Esrom
Kloster Esrom auf der Insel Seeland

Grundriss des Rudeklosters
Grundriss des Rudeklosters

Eine ganz wichtige Quelle zum Standort ist der 1987 veröffentlichte Exkursionsbericht von Hans Zech. Er berichtet sehr genau über die örtlichen Gegebenheiten und einige gemachte Fundstücke. Dort findet man u.a. Abbildungen der "Teufelskralle" und eine Skizze der Feldsteinmarkierungen im Unterwasserbereich.

Laut D. Ellger und W. Teuchert kam "der zunächst im Klosterbesitz verbliebene Platz am Langsee [...] später wieder an den Bischof, der hier einen Hof und das Recht zu fischen hatte". "Die später entstandenen beiden Katen Guldholm am Nord- und Südufer (heute dort Stellen unter dem Namen Güldenholm) gehörten darum zu der aus Bischofsgütern gebildeten Füsingharde."

Heute befindet sich das Gelände in Privatbesitz und gehört zu einem Landschaftsschutzgebiet, abseits vom öffentlichen Straßennetz. Und durch den höheren Wasserspiegel ist die Halbinsel teilweise auch nicht begehbar. Der Ort Güldenholm besteht heutzutage aus zwei kleinen Teilen mit einer handvoll Häusern am nördlichen und am südlichen Ufer und gehört postalisch zu Süderfahrenstedt und Nübel. Dazwischen liegt die Halbinsel, auf der sich das Kloster offenbar befunden hat.


Vermuteter Standort von Kloster Guldholm

Im Klosterregister der Universität Kiel ist zu lesen: "Die ehemalige Klosteranlage befand sich auf einer kleinen Halbinsel im Langsee beim heutigen Güldenholm. Das klösterliche Areal setzt sich durch eine leichte Geländeerhöhung gegenüber der Umgebung ab. Westlich der Erhöhung zieht sich über die gesamte Länge ein Graben. An der südlichen Seite sind Reste dieses Grabens erkennbar. Bauliche oder archäologische Überreste der Kirche und der Konventgebäude haben sich nach bisherigem Kenntnisstand nicht erhalten." Ob der Ort aber jemals systematisch archäologisch erfasst worden ist, ist mir bisher nicht bekannt.

So bleibt uns heute nur die stille Abgeschiedenheit erhalten, die sich damals die Mönche für ihre klösterliche Askese wählten und das Rätsel um ihr unerwartet frühes Ende auf der "Aurea Insula".

 

 

 

 

Sönke Preck
Stand März 2015