aus: Dietrich Ellger und Wolfgang Teuchert: „Die Kunstdenkmäler des Landkreises Schleswig (ohne die Stadt Schleswig)" S. 278-279, Schleswig 1957.

 

GULDHOLM
(AUREA INSULA)

Abgegangenes Zisterzienserkloster, auf einer Halbinsel im Langsee. 7 km n. von Schleswig.

 

 

1196 Gulholm [das fehlende 'd' ist vermutlich ein Druckfehler] (dän. guld = Gold, als Farbbezeichnung auf Blumenwuchs bezogen oder Bezeichnung für fruchtbares Land, holm = inselartiger Platz). Im Jahre 1192 richtete Bischof Waldemar von Schleswig auf der ihm gehörigen Halbinsel Guldholm im Langsee ein Kloster ein und besetzte es mit Zisterziensern aus Esrom (Seeland) sowie reformwilligen Benediktinermönchen aus dem verwahrlosten St. Michaeliskloster zu Schleswig, wo neben wenigen Mönchen nur der Nonnenkonvent verblieb. Die Neugründung wurde mit dem größten Teil der Besitzungen und Einkünfte dieses Klosters sowie den bischöflichen Zehnten der Kirchen St. Michaelis, Tolk, Nübel und Kahleby ausgestattet. Nach Waldemars Gefangensetzung kam es zu blutigen Zwisten zwischen den Zisterziensern und den Benediktinern (der sog. Mönchenkrieg), die sogleich wieder nach Schleswig und zu ihrer früheren Lebensart zurückgekehrt waren. Eine päpstliche Kommission entschied schließlich zugunsten Guldholms, nur mußte jetzt das Patronat des Herzogs anerkannt werden. König Knud VI. bestätigte 1196 das Ergebnis (dabei auch den Besitzstand).
Aus unbekannten Gründen (Platz am See zu ungünstig?) wurde das Kloster schon wenig später in das Waldgebiet nördlich von Munkbrarup in Nordangeln (Platz des heutigen Glücksburger Schlosses) verlegt, nach seinem neuen Namen Rus Regis (Rüdekloster, s. Inv. Landkr. Flensb. s. 286) offenbar auf königlichen, d. h. des Patrons Waldemar II. Grund. 1210 begann dort der Gottesdienst, 1209 hatte man bereits die bisherigen Zehnten gegen die von Holdenes (später „Munk") brarup, Grundhof und Broacker vertauscht.
Der zunächst im Klosterbesitz verbliebene Platz am Langsee kam später wieder an den Bischof, der hier einen Hof und das Recht zu fischen hatte. Die später entstandenen beiden Katen Guldholm am Nord- und Südufer (heute dort Stellen unter dem Namen Güldenholm) gehörten darum zu der aus Bischofsgütern gebildeten Füsingharde (Jensen Angeln 185).

U r k unden: 1196: SHRU 1 Nr. 199 — 1209: Bull. Dan. Nr. 486 - 1312 (betr. Platz Guldholm): SHRU III Nr. 256, s. auch v. Schröder Schleswig, Beilage XV.
 Quellen und kirchengeschichtl. Literatur, zusammengestellt bei Kochendörffer: Schleswig-Holsteinisches Klosterbuch, SVKg 2. R. 7. Bd. 4. Heft s. 376, kurzgefaßte Geschichte bei Schubert: Kirchengeschichte Schleswig-Holsteins 1, SVKg 1. R. 3. Heft s. 269 f. — V. Lorenzen: De Danske Cistercienserklostres Bygningshistorie, Kopenhagen 1941 s. 99 — Inv. Landkr. Flensb. 286 — Kuhlmann s. 239, s. auch JAH 1955 s. 81.
Ferner: v. Schröder Schleswig 177 — v. Schröder I 342 — Jensen Stat. 1059, 1118 — Jensen Angeln 182 — Trap 522 - Oldekop VIII 29.


Abb. 85 Guldholm, Lageplan (i : 50 000)

Der Platz des Klosters (zwischen den beiden Stellen Güldenholm) [ist] nicht mehr zu bestimmen, vielleicht auf der vom Südufer vorspringenden flachen und z. T. versumpften Halbinsel (nach v. Schröder 1837 eine „jetzt fast gänzlich unter Wasser liegende Halbinsel"). Keinerlei Reste von Bauwerken oder Ausstattung nachweisbar.